Landhaus Elmenhorst

Wohnhaus / Wohnhaus
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Informationen

  • Das Landhaus Elmenhorst wurde 1903/04 für die verwitwete Martha Sophie Elmenhorst geb. Donner (* 03.02.1854 Danzig – † 25.12.1928 Kollund, Dänemark) und ihre erwachsenen Kinder erbaut. Sie entstammte der altoaer Kaufmannsfamilie Donner, auf der auch der Name vom Donner-Park in Hamburg zurückgeht. Ihr Ehemann war Walter Richard Elmenhorst (* 04.11.1839 Stoke Newington Middlesex, England – † 12.10.1894 Montreal, Quebec, Canada), ein Sohn des altonaer Kaufmanns Theodor Hinrich Elmenhorst (* 1801 - † 1876), Begründer der Firma "Elmenhorst Gebrüder" in London. Walter Richard Elmenhorst ging nach New York und war im amerikanischen Zuckerraffinations-Geschäft tätig. Er kam 1874 nach Montreal und wurde kurz darauf Präsident der Saint Lawrence Sugar Refinery. Nach verlustreichen Aktiengeschäften wurde er depressiv und nahm sich 1894 in dem Stall seines Anwesens in Kanada das Leben.
    Seine Frau Martha Sophie zog daraufhin zurück nach Deutschland und kam nach Kiel in den Niemannsweg 90, in das Haus von Kapitänleutnant W. Peters aus Charlottenburg. Mit im Haus wohnte die Lehrerin W. Wolters. 1897 wohnten sie im Haus Reventlouallee 8 vom Kapitän G. Schmidt, der sich in Wilhelmshaven aufhielt. Im Jahr 1901 ließ Martha Sophie Elmenhorst in der Waitzstraße 11 in Kiel ein Haus bauen, neben dem Bauplatz von Prof. Dr. Theodor Niemeyer (* 1857 - † 1939). Im Erdgeschoss des Hauses lebte der Vize-Admiral a.D. A. Paschen. Später Martha Sophies Sohn, der Korvetten-Kapitän Max Wolfram Elmenhorst (* 03.12.1880 - † 04.04.1936 Überlingen) (1914: Kapitänleutnant zur See 2. Abt. 6. Komp.), dessen Sohn der Kaufmann, Gelehrte, Maya-Forscher und Sammler von Mayatextilien Kurt Wolfram Carlos Elmenhorst (* 1910 – † 2000) war.

    Architekt des Landhauses in Kitzeberg war Otto March in Charlottenburg.

    Seit 1927 befand sich in dem vom Deutschen Reich gekauften Landhaus eine Zweigstelle der Biologischen Reichsanstalt, die sich zuvor, seit dem 1. April 1925, im Kieler Stadtgebiet befand. Sie diente der Erforschung zur Bekämpung von Schädlingen und Krankheiten bei Getreide- Ölfrucht- und Futterpflanzen. Leiter war der Biologe Prof. Dr. Hans Blunck (* 1885 Wankendorf - † 1958) von der Universität Kiel, einer der herausragendsten Phytomediziner seiner Zeit. Er ging 1935 an die Universität in Bonn. Sein Nachfolger in Kitzeberg wurde der Oberregierungsrat Dr. Otto Adolf Kaufmann (* 10.12.1896 - † 24.07.1944).

    Im Jahr 1932 wurde die gegenüberliegende Koppel von zwei Hektar erworben und die gesamte Grundstücksfläche somit auf fünf Hektar vergrößert. Die Zweigstelle verfügte neben zwei Gewächshäusern auch über eine Vegetationshalle, die Forschungsarbeiten unter besonderen klimatischen Bedingungen ermöglichte.

    Das Haus wurde am 24. Juli 1944 durch Bomben zerstört. In dem Haus kamen auch der Leiter Dr. Kaufmann und die Haushaltsgehilfin Barbara Schewtschenko (* 1925 - † 24.07.1944) ums Leben. Die Ehefrau und die vier Kinder von Dr. Kaufmann überlebten den Angriff.
    (Andere Quellen berichten von sieben Angestellten die bei dem Angriff ums Leben gekommen sein sollen. Diese Angaben ließen sich bisher jedoch nicht bestätigen.)

    Die Zweigstelle wurde unter der Leitung von Walter Speyer nach Lepahn bei Preetz verlegt und kehrte 1947 in das notdürftig wieder hergerichtete Nebengebäude in Kitzeberg zurück. Die Forschungsstelle für Kohlkrankheiten in Wesselburen wurde der Zweigstelle in Kitzeberg angeschlossen und 1951 nach Glückstadt verlegt. Das Hauptgebäude in Kitzeberg wurde von 1949 bis 1951 wieder aufgebaut und das Laboratorium für Vorratsschutz neu gegründet. Der Neubau wurde 1953 eingeweiht und die Forschungsarbeiten wurden wieder aufgenommen. Walter Speyer wurde 1954 pensioniert, sein Nachfolger wurde Dr. Klaus Buhl, der das Institut bis 1974 leitete. Nach ihm übernahm Professor Schütte die Leitung.
    Im Jahr 1985 wurde das Institut zusammen mit drei weiteren Instituten in ein neu errichtetes Gebäude in Braunschweig verlegt.

    In Kitzeberg wurde die Berufsfortbildungsstätte Umweltschutz eingerichtet.


    Location: Schlosskoppelweg

Chronik

  • 1903/04 Das Landhaus Elmenhorst wird errichtet

    1927 Die Zweigstelle der Biologischen Reichsanstalt mit dem Leiter Hans Blunck bezieht das Haus in Kitzeberg

    1928 Die ehemalige Eigentümerin, Martha Elmenhorst verstirbt in Dänemark

    1929 Joseph Wilhelm Bernhard Rademacher kommt als wissenschaftlicher Assistent an die Biologischer Reichsanstalt in Kitzeberg

    1932 Zwei Hektar Land werden hinzugekauft

    1935 Der Leiter der BRA, Hans Blunck geht nach Bonn, Nachfolger wird Dr. Kaufmann

    1944 Die Zweigstelle der Biologischen Reichsanstalt, das ehemalige Landhaus Elmenhorst, wird zerstört

    1947 Das Institut bezieht das notdürftig hergerichtete Nebengebäude

    1949 Der Wiederaufbau des Haupthauses beginnt

    1953 Der Neubau des Instituts für Getreide-, Ölfrucht- und Futterpflanzenkrankheiten wird eingeweiht

    1985 Das Institut wird nach Braunschweig verlegt

Bewohner

  • Besitzer

    ↳ Martha Sophie geb. Donner (* 03.02.1854 Danzig – † 25.12.1928 Kollund, Dänemark)
    ↳ Deutsches Reich

Quellen

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Details
  • Schloßkoppelweg 8, Heikendorf
  • Zustand: Beseitigt
  • Nutzung: Wohnhaus
  • Anno: 1.903
  • Bis: 1944
  • Epoche: Kaiserzeit (1871-1918)
  • Landbesitz: Unbekannt
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