Stolpersteinverlegung in Heikendorf erinnert an Opfer der NS-Zeit
Heikendorf – Am Freitag, den 22. Mai, findet ab 10:00 Uhr in Heikendorf die Verlegung von zwei sogenannten Stolpersteinen statt. Die Maßnahme wird als Gemeinschaftsaktion von der Archivgruppe Heikendorf in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Heikendorf durchgeführt. An der Verlegung nehmen auch zwei 10. Klassen der Grund- und Gemeinschaftsschule Heikendorf gemeinsam mit ihren Lehrkräften teil. Alle Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter von Vereinen und Organisationen sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen.
Die Stolpersteinverlegung geht auf umfangreiche Recherchen der Archivgruppe Heikendorf zurück, die im Rahmen der Arbeit an dem Buch „Heikendorf im Zweiten Weltkrieg“ durchgeführt wurden. Das Werk erschien im Mai 2025 und beleuchtet erstmals umfassend die lokale Geschichte während der NS-Zeit. Dabei wurden unter anderem die Schicksale zweier ehemaliger Mitbürger aufgearbeitet, die während der nationalsozialistischen Diktatur getötet wurden.
Die Geschichte der NS-Zeit in Heikendorf war bislang nur unzureichend aufgearbeitet worden. Viele Ereignisse gerieten im Laufe der Zeit in Vergessenheit. Durch Hinweise und persönliche Erinnerungen älterer Einwohnerinnen und Einwohner konnten zahlreiche historische Zusammenhänge rekonstruiert werden. Neben rund 300 Kriegstoten wurden auch individuelle Schicksale sichtbar, die heute kaum noch bekannt sind. Vor diesem Hintergrund regte die Archivgruppe gegenüber Bürgermeister Tade Peetz die Verlegung von Stolpersteinen an, um dauerhaft an die Opfer zu erinnern und das historische Bewusstsein zu stärken.
Die erste Verlegung erfolgt um 10:00 Uhr im Schulredder 10 vor dem Blumengeschäft Grams. Dort wird an Heinz Güldenzoph (* 23. März 1914 – † 17. November 1941) erinnert. Der Landwirt war Sohn des Zimmermanns Wilhelm Güldenzoph und dessen Ehefrau Anna, geborene Grube. Er wurde zunächst im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert und starb später im Konzentrationslager Flossenbürg.
Im Anschluss findet die zweite Verlegung im Blumenweg 24 vor dem Geschäft Raumausstattung Hoof statt. Sie ist Helmuth Kurzweg (* 12. Oktober 1905 – † 20. Mai 1941) gewidmet. Er wurde im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“ in der Tötungsanstalt Bernburg in Sachsen-Anhalt ermordet.
