Gasthof Köppen ehem. Mordhorst

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Informationen

  • Die Gastwirtschaft von Ludwig Christoph Mordhorst lag im Neuheikendorfer Weg 146. Sie wurde auch Schniederkrog genannt, da Ludwig Mordhost Schneidermeister war. Seine Werkstatt befand sich im Mordhorstweg 2. Bis Anfang der 1930er Jahre befand sich in dem Gebäude auch noch ein kleines Lebensmittelgeschäft. Auch eine Kegelbahn gab es schon.
    Nach Ludwig Mordhost Tod im Jahr 1925 führte zunächst seine Witwe die Krug, verpachtete diesen jedoch später an den Gastwirt Abel.
    1934 wurden der Krug und die Werkstatt an den Gastwirt Georg Reimann zwangsversteigert. Der Bau einer neuen Kegelbahn und die Weltwirtschaftskrise hatten zum Konkurs geführt.
    1952 wurde das Werkstattgebäude an Hermann Rühr und die Gastwirtschaft an Gustav Köppen verkauft. Der Name änderte sich zu Gasthof Köppen. Gustav Köppen führte die Gastwirtschaft bis in die 1960er Jahre und verpachtete sie anschließend an Heinz Müller. Auf sein Wriken, bezüglich der Eingliederung der Heimatvertriebenen, entstand die Köppen-Siedlung am Röbsdorfer Weg.
    Anfang der 1980er Jahre wurde der Gasthof von Gustav Köppen an Helmut A. Cyris verkauft. Dieser verkaufte ihn kurz vor dem Brand am 15. Juli 2010 an einen Privatmann.


    Gustav Köppen und die Gustav Köppen Siedlung


    Gustav Köppen wurde am 9. Mai 1900 in Unter-Eisseln im Kreis Tilsit-Ragnit in Ostpreußen geboren. Nach der Schule ging er freiwillig zur Marine. Im Jahr 1925 heiratete er seine Frau Anna und übernahm die Jugendherberge in der Untereisselner Heide. Ein gern besuchter Ort von Naturliebhabern und Wanderern. Mit der Zeit entwickelte sich der Ort immer weiter zum gern besuchten Fremdenverkehrsort, weshalb Gustav Köppen 1932 das Nachbargrundstück der Jugendherberge kaufte und dort sein Wohnhaus mit Gästezimmern errichtete. Im Jahr 1938 wurde es erweitert. Ausserdem bauten sie ein Sommerhaus mit dem Namen "Haus in der Heide" direkt nebenan. Gustav Köppen engagierte sich sehr in seiner Heimatgemeinde.
    Im Zweiten Weltkrieg wurde die Jugendherberge als Kriegsgefangenenlager genutzt und das Sommerhaus als Lazarett und später als Hauptverbandsplatz.

    Zum Ende des Zweiten Weltkiegs ging seine Heimat an die Russen verloren und er kam verwundet, als Heimatvertriebener, nach Schleswig-Holstein. Er kam zunächst bei Verwandten unter. Als das Lager Korügen im Sommer 1945 durch die Briten geräumt wurde, kamen zunächst Ukrainer und Heimatlose dort unter. Am 24.05.1948 wurde das Lager an die deutsche Verwaltung übergeben und es zogen Köppens Schicksalsgefährten, unteranderem auch aus Ostpreußen stammend, in die Baracken. Aufgrund der großen Zerstörung Heikendorfs und der vielen Flüchtlinge war die Wohnungsnot katastrophal. In seiner nun neuen Heimat engagierte Gustav Köppen sich ebenfalls sehr und wurde zum Beauftragten für das Flüchtlingswesen ernannt. Die Heimatvertriebenen schlossen sich schnell zu einer Hilfsgemeinschaft zusammen und gründeten 1948 schließlich den Verein "Hilfsgemeinschaft der Ostvertriebenen", dessen 1. Vorsitzender er war. Die Heimatvertriebenen hielten sich in den ersten Nachkriegsjahren durch Gelegenheitsarbeiten in der Landwirtschaft oder beim Fischfang über Wasser. Viele von ihnen mussten damals stempeln gehen. Später fanden die meißten eine Arbeit bei den Howaldtswerken in Dietrichsdorf. Gustav Köppen zog es wieder in die Gastwirtschaft. So gründete er sich eine neue Existenz und übernahm 1952 den Gasthof Mordhorst in Neuheikendorf. Er setzte sich energisch dafür ein, dass in Neuheikendorf eine Siedlung für 17 heimatvertriebene Bauern errichtet wurde, welche als Dank den Namen "Gustav Köppen Siedlung" erhielt. Errichtet wurde sie am Röbsdorfer Weg, welcher mit dem Bau des Fort in Röbsdorf ab 1887 als sogenannte Festungsstraße angelegt wurde. Über diesen Weg wurden sämtliche über den Seeweg angeschaffte Materialien, wie z.B. Unmengen an Ziegel, von der Landungsbrücke unterhalb von Korügen bis nach Röbsdorf transportiert.

    Neuheikendorfer-Weg-146-Namensschild-der-Siedlung-mit-dem-Emblem-der-Landmannschaft-Oostpeussen-um-1995-min

    Auf dem Namensschild befand sich zusätzlich die schwarze, senkrecht stehende Elchschaufel, das Emblem der Landmannschaft Ostpreußen, allgemein auch genutztes Ostpreußen Abzeichen.
    Gustav Köppen wirkte als Beauftragter für das Vertriebenenwesen im Heikendorfer Gemeinderat mit und war als Abgeordneter im Kreistag in Plön. Er starb am 03. April 1984 mit 83 Jahren.


    Location: Neuheikendorfer Weg

Chronik

Bewohner

  • Besitzer

    ↳ Ludwig Christoph Mordhorst
    ↳ Helene Mordhorst
    ↳ Georg Reimann
    ↳ Gustav Köppen (* 09.05.1900 Untereißeln - † 03.04.1984) ⚭ Anna (* 26.01.1905)

Quellen

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Details
  • Neuheikendorfer Weg 146, Heikendorf
  • Zustand: Beseitigt
  • Nutzung: Gasthof
  • Bis: 2010
  • Landbesitz: Unbekannt
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