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75 Jahre Fischersiedlung am Heidberg

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In diesem Monat feiert die größte Fischersiedlung an der Kieler Förde ihr 75-jähriges Bestehen. Im Jahr 1951 wurde die Fischersiedlung am Heidberg mit 25 Wohneinheiten, bestehend aus zwölf Doppelhäusern und einem Einzelhaus, fertiggestellt. Die Häuser wurden schlüsselfertig mit bis zu 1.000 Quadratmeter großen Grundstücken übergeben. 

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Die Gesamtkosten beliefen sich damals auf rund 16.900 Mark, zuzüglich der 300 Mark, die für den Beitritt zur Baugenossenschaft aufgewendet werden mussten.
Die Siedlung selbst wurde aus Mitteln des Marshallplans, beziehungsweise des European Recovery Program (ERP) finanziert. Das Wirtschaftsprogramm, initiiert vom US-Außenminister George C. Marshall, diente von 1948 bis 1952 dem Wiederaufbau des kriegszerstörten Europas.

Das Los entschied damals, wer in welches Haus einziehen durfte. Die ersten Eigentümer stammten unter anderem aus Groß Kuhren, Pillau, Sorgenau, Memel und Neupassarge.
Viele der ersten Bewohner lebten vor ihrem Einzug in den ehemaligen Barackenlagern am Laboer Weg oder in der Hafenstraße. Andere wohnten im Hotel Seeblick oder kamen bei Einheimischen unter. Einige lebten eine Zeit lang auf ihren Kuttern, mit denen sie auch zum Fischfang hinausfuhren.
Der große Garten hinter den Siedlungshäusern diente dem Anbau von Obst und Gemüse sowie der Tierhaltung zur Selbstversorgung. Der Boden bestand allerdings überwiegend aus unfruchtbarem Lehmboden. Die Fischer mischten deshalb immer wieder Seegras unter, um ihn fruchtbarer zu machen.
Das damals erste Haus auf der rechten Seite trug lange Zeit das Symbol Ostpreußens, die Elchschaufel, sowie darunter eine Tafel mit der Aufschrift „ERP Fischersiedlung Heikendorf Baujahr 1950/51“. Im Zuge eines Abrisses und anschließenden Neubaus, wurden diese achtlos zerstört. Einige der älteren Bewohner wandten sich daraufhin an die Gemeinde.
Heikendorfs Bürgermeister Tade Peetz und Kathleen Weiß vom Ortsmarketing der Gemeinde ließen schließlich im Jahr 2020 ein neues Erinnerungsschild für die Fischersiedlung am Heidberg aufstellen.

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Die Häuser wurden in den vergangenen Jahren nach und nach umgebaut und teilweise zur Gartenseite hin erweitert. Die weißen Fassaden und die schmalen Satteldächer prägen jedoch bis heute das typische Erscheinungsbild der Siedlung. Damit gilt die Fischersiedlung am Heidberg als die älteste und größte Fischersiedlung an der Kieler Förde, deren ursprüngliche Gebäudestruktur noch weitgehend erhalten ist.
Wer mehr über die Geschichte der sogenannten Flüchtlingsfischer erfahren möchte, kann sich gerne samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr im Info-Pavillon des Fischereimuseums Möltenort in der Strandstraße 2 informieren.

Zu diesem Artikel gibt es einen Artikel im Heikendorfer Anzeiger in der Ausgabe vom August 2026.

Titelblatt Heikendorfer Anzeiger August 2026
Archivgruppe Heikendorf und Umgebung

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