Archivgruppe Heikendorf zu Gast im Rudolf Behrend Haus

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Vom 31. Juli bis zum 2. August war die Archivgruppe Heikendorf zu Gast im Rudolf-Behrend-Haus in Neuheikendorf. Dort wurden historische Fotos, Karten und Gegenstände aus der Vergangenheit Heikendorfs präsentiert. Außerdem gab es die Möglichkeit, mitgebrachte Fotos und Unterlagen digitalisieren zu lassen und der Archivgruppe für ihre Arbeit zur Verfügung zu stellen.
Die Ausstellung war an allen drei Tagen jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet und besonders am Samstag und Sonntag gut besucht. Dennis Rindermann von der Archivgruppe Heikendorf war vor Ort und beantwortete die Fragen der Besucher, die teilweise auch aus den umliegenden Gemeinden gekommen waren.
Die Ausstellung umfasste drei Themenschwerpunkte.

Zum Thema „Zweiter Weltkrieg in Heikendorf“ wurden drei Schaubilder gezeigt, die die Zerstörungen im Dorf sichtbar machten. Dazu waren verschiedene Objekte aus dieser Zeit zu sehen, unter anderem die Überreste einer Phosphorbombe.

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Mit diesen Bomben wurden zahlreiche Häuser im Ort zerstört und viele Menschen getötet. Sie konnten Dächer und sogar ganze Häuser bis in den Keller durchschlagen und die Gebäude im Inneren in ein Flammeninferno verwandeln. Am 6. Juli 1944 traf eine Phosphorbombe das zu einem Wohnhaus umgebaute Nebengebäude im Teichtor 39. Die Bombe durchschlug das Dach und entzündete den Wohnraum, in dem sich die Mieterin Erna Brühl mit ihren beiden Kindern Heinz (8 Jahre) und Jürgen (3 Jahre) befand.
Am 16. September 1944 zerstörte eine Luftmine das Haus der Familie Ivens im Möltenorter Weg 29. Die Familie war unter den Trümmern im Keller eingeschlossen. Eine nachfolgende Phosphorbombe entzündete die Trümmer und tötete die Familie auf qualvolle Weise. Noch heute werden Reste des in diesem Bombentyp verwendeten weißen Phosphors an Ostseestränden angespült und mit Bernstein verwechselt.

Neben der Phosphorbombe wurde eine nachgebildete Stabbrandbombe ausgestellt. Diese wurde im Zweiten Weltkrieg flächendeckend abgeworfen, meist kurz nachdem Sprengbomben oder Luftminen die Dächer der Häuser zerstört hatten. Etwa 25 Sekunden nach dem Aufprall begann sie mit Temperaturen von bis zu 2.400 °C zu brennen und konnte nicht mit Wasser gelöscht werden. Die Bewohner warfen sie mit einer Schaufel aus dem Haus oder bedeckten sie mit Sand.
Über Deutschland wurden mehr als 80 Millionen englische Stabbrandbomben abgeworfen. Noch heute findet man häufig die sechseckigen Fallgewichte oder ganze Blindgänger.

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Auch ein damals typisches Propagandamittel, der Volksempfänger, gab es zu entdecken. Der Volksempfänger war ein für die NS-Propaganda entwickeltes Radio, das ab 1933 im Auftrag von Propagandaminister Joseph Goebbels massenhaft produziert und günstig verkauft wurde. Ziel war es, die gesamte deutsche Bevölkerung flächendeckend mit der nationalsozialistischen Ideologie zu beschallen. Das ausgestellte Modell war das bekannteste Urmodell, der VE 301 (die Zahl 301 erinnert an den 30. Januar 1933, den Tag der Machtergreifung Hitlers). Später folgte der noch billigere „Deutsche Kleinempfänger“ (DKE 38), der im Volksmund spöttisch als „Goebbels-Schnauze“ bezeichnet wurde.

Neben einer Kiste für Flakmunition aus Kitzeberg befand sich zum Stöbern das passende Buch zum Thema „Heikendorf im Zweiten Weltkrieg“, das im vergangenen Jahr von der Archivgruppe veröffentlicht wurde. Außerdem lag eine Liste mit allen Todesopfern aus, die der Autor Dennis Rindermann bei der Recherche zu diesem Buch ermitteln konnte.

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Besonders viele Fragen warf eine aus Horn und Holz bestehende Garderobe auf, die von dem Kreuzer Emden stammte, der sich kurz nach Kriegsende in der Heikendorfer Bucht befand und dort gesprengt wurde. Wem sie genau gehörte und wo sie hergestellt wurde – vermutlich in Asien oder Afrika –, ist bisher nicht bekannt.

Ein weiterer Themenbereich widmete sich dem alten Dorf und zeigte historische Gebrauchsgegenstände verschiedenster Art, darunter Werkzeuge aus der Landwirtschaft, Teile einer Hausapotheke, Spielfiguren aus Blei sowie die damals weit verbreiteten Murmeln aus Keramik und Glas. Darüber hinaus befanden sich in einem Schaukasten zwei alte Glasflaschen: eine Bierflasche des Probsteier Brauhauses in Probsteierhagen, in dessen Gebäude sich heute das Alte Probsteier Café befindet, sowie eine Glasflasche des Kolonialwarenhändlers Christian Geest aus Schönkirchen, dessen Geschäft sich im Augustental Nr. 47 befand.

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Auf einem Tisch in der Mitte der alten Diele lagen Karten, die Heikendorf sowie die heutigen Ortsteile Neuheikendorf, Möltenort, Schrevenborn und Kitzeberg im Jahr 1873 zeigten. Die Besucher stellten fest, dass von den damals verzeichneten Häusern heute so gut wie keines mehr vorhanden ist.

An den Wänden hingen neben historischen Bildern aus der Vorkriegszeit auch große Luftbilder aus den 1970er- und 1980er-Jahren. Sie stellten den dritten Themenbereich, die Nachkriegszeit, dar. Viele Besucher suchten darauf ihre eigenen Häuser oder mittlerweile bereits abgerissene Gebäude.

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Ein weiteres Highlight für die Besucher war das große Fotobuch des leider bereits verstorbenen Mitglieds der Archivgruppe, Bernhard Perkuhn, das viele Ansichten von Alt-Heikendorf aus der Kaiserzeit enthielt.

Neben einem alten Radio befand sich außerdem eine Nachbildung des Hardenberg-Pavillons in Kitzeberg mit einem Infotext, in dem die Namensherkunft von Kitzeberg beschrieben wurde.
Der damalige Gutsbesitzer Christian August von Hardenberg-Reventlow (* 19. Februar 1775 in Hannover – † 16. September 1841 in Hamburg) nannte seine Tochter Ida Augusta Hardenberg-Reventlow (* 1798 – † 1866) liebevoll „Kitz“. Der Hügel, auf dem 1810 der Hardenberg-Pavillon anlässlich des Geburtstages des Vaters errichtet wurde, war der Lieblingsplatz seiner Tochter und erhielt daher den Namen „Kitzeberg“. Das Gebiet gehörte damals noch zu Schrevenborn und war Teil des Gutswaldes. Bis auf die Fischerkate am Strand, den Hof Detlefskamp und den Hof Rethdamm gab es dort noch keine Bebauung. Dies änderte sich mit der Gründung der Schrevenborn GmbH im Jahr 1899 und dem anschließenden Bau der Villenkolonie.

Neben zahlreichen Fragen zur Ortsgeschichte kamen auch neue Ideen für mögliche zukünftige Projekte auf. Dennis Rindermann deutete an, diese Art von Veranstaltung wiederholen zu wollen. Zunächst soll jedoch hoffentlich bald mit der Restaurierung des Rudolf-Behrend-Hauses, unter Auflagen des Denkmalschutzes, begonnen werden, damit dieses alte Gebäude als gut angenommenes Kulturzentrum erhalten bleiben kann.

Zu diesem Artikel gibt es einen Artikel im Probsteer in der Ausgabe vom 08. August 2026.

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Das ehemalige Gildehaus umgebaut zur Kirche

Die Kirche

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Die Kirche

Am 30. Juni 1955, also vor 70 Jahren, wurde die heutige Kirche am Neuheikendorfer Weg feierlich eingeweiht.

Sie ersetzte die im Zweiten Weltkrieg zerstörte erste Kirche – ein 1922 zum Gotteshaus umgebautes Gildehaus, das ursprünglich vom Heikendorfer Kriegerverein als Schützenhaus errichtet worden war. In der Nacht vom 26. auf den 27. August 1944 wurde das Gebäude bei einem Luftangriff zerstört. Dem Pastor gelang es in jener Nacht, lediglich das Altarkreuz aus der brennenden Kirche zu retten. Weiterlesen… “Die Kirche”

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Der letzte Schoner vom Frischen Haff

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Die Lomme war ein ganz charakteristisches Schiff der Küste Ostpreußens. Der Rumpf bestand aus Eichenholz und wurde in Klinkerbauweise angefertigt. Die Schiffe hatten keinen Kiel im üblichen Sinne, sondern eine sogenannte Solplanke, die weitaus stärker als die üblichen Planken ausgelegt war. Große Ladeluken an Deck, in Segmenten ausgeführt, waren ein markantes Merkmal dieses Schiffstyps. Die zweimastige Lomme bezeichnet man auch als Galeaslomme, der zweite Mast war also fast so hoch wie der Großmast. Der Verwendungszweck dieser Schiffe war sehr unterschiedlich. Die „Richard“ diente z.B. auch der Steinzangenfischerei in der Ostsee, wobei die Steine für Deich- und Hafenbau verwendet wurden.
Die „Richard“ wurde 1912 auf der Werft von Heinrich Modersitzki in Tolkemit gebaut. Sie hatte eine Länge über die Steven von 20,49m, eine Breite von 6,38m und einen Tiefgang von 1,88m max. Die Segelfläche betrug 255 qm. Gebaut wurde sie für den Schiffer Richard Lingner aus Tolkemit. Weiterlesen… “Der letzte Schoner vom Frischen Haff”

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Die Fischer von Pillau

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Die Archivgruppe Heikendorf hat in Zusammenarbeit mit dem Fischereimuseum Möltenort ein Buch über die Fischer aus Pillau veröffentlicht. Es basiert im überwiegenden auf den Unterlagen des Fischers Manfred Schock geboren im Jahr 1929 in Sorgenau. Er war einer der vielen Flüchtlinge aus Ostpreußen, die Ende des Zweiten Weltkriegs in der Kieler Förde landeten. Manfred Schock war Fischer, sein Kutter in Möltenort war die “Heimatland” und später die “De Hoop”.

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