Hamann A3340-MFOK Number G0085

Ein Täter aus Heikendorf

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Joachim-Hamann

Joachim Hamann wurde am 18. Mai 1913 in Kiel geboren. Er erlernte den Beruf des Drogisten, fand jedoch in den 1930er-Jahren keine Anstellung und arbeitete deshalb in der Landwirtschaft. Sein Vater war im Ersten Weltkrieg gefallen. Schon früh trat Hamann der SA bei und wurde am 1. Februar 1932 Mitglied der NSDAP. Er besuchte die Polizeischule in Kiel und lebte in Möltenort. 1938 war er bei der Polizeigruppe Göring in Berlin, einer Einheit, die Hermann Göring in Berlin-Kreuzberg als spezielle, ideologisch zuverlässige Eingreifreserve der NSDAP aufstellen ließ. Im Juli 1938 wechselte Hamann zur SS. Er holte sein Abitur nach und studierte anschließend mit finanzieller Unterstützung der SS Rechtswissenschaften an der Universität Berlin. Das Studium war Teil seiner Ausbildung für den „Leitenden Dienst“.

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kam Hamann zu den Fallschirmjägern. 1939 war er als Unteroffizier in Stendal in Sachsen-Anhalt stationiert. Im Oktober heiratete er seine Frau in Heikendorf. Sie lebte bei ihren Stiefeltern im Laboer Weg.
Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Jahr 1941 kam Hamann nach Litauen. Dort gehörte er zum Einsatzkommando 3 unter SS-Standartenführer Karl Jäger. Das Einsatzkommando war Teil der mobilen deutschen Mordkommandos, die hinter der Front mit der systematischen Ermordung der jüdischen Bevölkerung begannen.

Hamann A3340-MFOK Number G0085

Hamann erhielt den Auftrag, eine mobile Tötungseinheit aufzubauen. Diese Einheit wurde später als „Rollkommando Hamann“ bezeichnet. Ihre Hauptaufgabe war die systematische Ermordung der jüdischen Bevölkerung in Litauen. Gemeinsam mit litauischen Kollaborateuren trieben die Angehörigen des Kommandos jüdische Männer, Frauen und Kinder in abgelegene Wälder. Dort mussten die Menschen ihre Habseligkeiten abgeben und sich entkleiden. Anschließend wurden sie an den Rand von Massengräbern geführt und erschossen.
Die Zahl der Menschen, die dem Rollkommando Hamann zum Opfer fielen, wird auf rund 60.000 geschätzt. Hamanns Vorgesetzter Karl Jäger dokumentierte die Massenmorde detailliert im sogenannten Jäger-Bericht. Im Oktober 1941 wurde das Einsatzkommando 3 aufgelöst. Jäger bezeichnete die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung in seinem Bericht als erfolgreich abgeschlossen.
1942 nahm Hamann an der sogenannten Operation Zeppelin unter SS-Sturmbannführer Heinz Gräfe teil. Nach dem Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 gehörte Hamann zum erweiterten Kreis von SS-Männern, die mit der Verfolgung und Hinrichtung der Verschwörer befasst waren.
Ende 1944 wurde Hamann Adjutant von Ernst Kaltenbrunner, dem Leiter des Reichssicherheitshauptamtes.
Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte der inzwischen zum SS-Sturmbannführer beförderte Hamann nach Heikendorf zurück und versteckte sich bei seiner Ehefrau im Laboer Weg. Als am 13. Juli 1945 britische Militärpolizisten bei ihm erschienen, um ihn festzunehmen, stieg er in das Fahrzeug und nahm eine Zyankalikapsel ein.
Die Briten brachten ihn zu Dr. Giesecke im Möltenorter Weg. Dort wurde als Todesursache „Tod durch Arzneimittelvergiftung“ festgestellt. Joachim Hamann wurde am 18. Juli 1945 in Heikendorf bestattet.
Sein ehemaliger Vorgesetzter Ernst Kaltenbrunner wurde im Nürnberger Prozess wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tod durch den Strang verurteilt und am 16. Oktober 1946 hingerichtet.

Zu diesem Artikel gibt es einen Artikel im Heikendorfer Anzeiger in der Ausgabe vom November 2026.

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Schiffer-von-Möltenort

Schiffer von Möltenort

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Albertine Juliane

Beitzer: J. D. Schütt zu Möltenort | Adr.B. 1860

Jacht, 12 1/2 Tonnen Last

Carl Emil

Beitzer: Hans Hinrich Frick
Nettoraumgehalt: 78,8 Kubikmeter
Registertonnen: 27,83
Unterscheidungssignal: L.B.G.V.

Yacht-Carl-Emil-von-Hans-Frick-um-1887

Christina Margaretha

Besitzer: Johann Christian Möller (* 1807 – † 1888) aus dem Strandweg 11

Yacht-Christina-Margaretha-von-Johann-Christian-Möller-Bäcker-um-1846

Christine

Besitzer: J. F. Schütt | Adr.B. 1860

Die große Jacht “Christine” von Kapitän Schütt aus Möltenort konnte 17 1/2 Tonnen Last transportieren.

Dora

Besitzer: Johannes Vöge (* 1860 – † 1952) aus dem Strandweg 16

Yacht-Dora-von-Johannes-Vöge-2-um-1893

Dorothea

Besitzer: J. D. Schütt zu Möltenort | Adr.B. 1860

Jacht, 11 1/2 Tonnen Last

Dorothea

Besitzer: P. H. Schröder zu Möltenort | Adr.B. 1860

Jacht, 11 1/2 Tonnen Last

Dorothea Christine

später Hildegard

Besitzer: Wilhelm Rix (* 11.11.1852 – † 10.03.1932)

Die Galeasse wurde 1893 in Eckernförde gebaut und war beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals beteiligt.

Yacht-Dorothea-Christine-später-Hildegard-von-Wilhelm-Rix-um-1893
Yacht-Hildegard-von-Wilhelm-Rix-im-Kaiser-Wilhelm-Kanal

Emma

Besitzer: Johannes Vöge (* 1860 – † 1952) aus dem Strandweg 16

Yacht-Emma-von-Johannes-Vöge-um-1914

Emilie

Besitzer: Julius Schütt

Yacht-Emilie-von-Kapitän-Julius-Schütt-um-1870

Grete

Besitzer: Eduard Schütt

Hesperus

Besitzer: L. Petersen | Adr.B. 1860

Das Schiff von L. Petersen aus Möltenort konnte 13 Tonnen Last transportieren.

Johanna Magdalena

Besitzer: Johann Christian Möller (* 1807 – † 1888) aus dem Strandweg 11

Das Schiff wurde auf dem Hafenvorplatz gebaut.

Jacht, 7 1/2 Tonnen Last (Adr.B. 1860)

Yacht-Johanna-Magdalena-von-Johann-Christian-Möller-um-1856

Jenny

Besitzer: Friedrich Frick
Nettoraumgehalt: 99,8 Kubikmeter
Registertonnen: 35,21
Unterscheidungssignal: L.C.W.M.

Die Galeasse fuhr bis nach Schweden.

Galeasse-Jenny-von-F-H-Frick-um-1896

Margaretha Christine

Besitzer: D. H. Rix | Adr.B. 1860

Das Schiff aus Möltenort konnte 3 3/4 Tonnen Last transportieren.

Margaretha Christine

Besitzer: P. Vöge | Adr.B. 1860

Das Schiff P. Vöge aus Möltenort konnte 15 Tonnen Last transportieren.

Margarethe Magdalena

Besitzer: D. F. Dibbern | Adr.B. 1860

Das Schiff von Dibbern aus Altheikendorf konnte 4 Tonnen Last transportieren.

Margarethe Christine

Besitzer: Eduard Schütt

Die Gebrüder Schütt hatten eine Reederei und fuhren Gemüse bis nach Petersburg. Ihnen gehörte damals auch das Grundstück Seeblick und das Land vom späteren Stinnespark.

Yacht-Margarethe-Christine-von-Eduard-Schütt-2-um-1856
Yacht-Margarethe-Christine-von-Eduard-Schütt-1-um-1856

“St. Croix”
Besitzer: C. F. Leptin zu Möltenort | Adr. B. 1860
Decksboot
2 1/2 Tonnen Last

“Die Hoffnung”
Besitzer: C. F. Rix zu Möltenort | Adr. B. 1860
Decksboot
2 1/2 Tonnen Last

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Gildefeier 1930 - Gildelade und Hans utn Schosteen mit Vogel - Grünes Fotoalbum Ilse von Keitz

Schüsse auf die Vergangenheit: Was die alte Möltenorter Gildelade preisgibt

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Sie ist klein, schwer und aus dunklem Eichenholz gefertigt. Auf den ersten Blick wirkt sie unscheinbar. Doch die vermutlich erste Gildelade der Möltenorter Knochenbruchgilde erzählt eine Geschichte, die weit über ihren äußeren Eindruck hinausgeht – von Gemeinschaft, Gewalt und Vergessen. Neue naturwissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Das Holz der Lade stammt aus der Zeit kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg. Zudem wurde die Kiste irgendwann gezielt beschädigt – offenbar durch Schüsse und gewaltsame Aufbruchsversuche. Weiterlesen… “Schüsse auf die Vergangenheit: Was die alte Möltenorter Gildelade preisgibt”

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Familie-Schleert-vor-dem-Pferdestall

Die zwei gestohlenen Schimmel von Schleert

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Nach dem ersten Krieg wurde es unruhig im Dorf. Viele fremde Männer trieben sich hier herum, und hungrig waren sie auch. Die Schanzen lagen voller Marinesoldaten, die nach Hause wollten. Bauer Schleert in der Dorfstraße 21 hatte damals zwei Schimmel. Für einen kleinen Bauern war das ein großer Stolz, zwei eigene Pferde zu besitzen. So reich waren sie nie gewesen, dass sie sich so etwas hätten leisten können. Der Pferdestall war einfach verschlossen, nur mit einem Weidendraht. Den konnte man leicht hochheben, und schon war man im Stall. So kam es, dass eines Morgens die Pferde verschwunden waren. Die Aufregung im Bauernhaus kann sich wohl jeder vorstellen. Weiterlesen… “Die zwei gestohlenen Schimmel von Schleert”

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Gerettet von Adolf Brütt

Nachtwächter Claus Friedrich Löpthien

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Der Nachtwächter von Möltenort, Claus Friedrich Löpthien, geboren am 26. Juni 1811 in Altheikendorf, war der Sohn von Hinrich Friedrich Loppentien (Löpthien) und Abel Rixen (Rix). Seine Mutter war die Tochter von dem Möltenorter Fischer Claus Rix und dessen Frau Magdalena Catharina Rix.
Löpthien wurde am 12.07.1811 in der Kirche zu Schönkirchen getauft. (KB 1811/48) Die Taufpaten waren Claus Rix vom Orth, Hans Friedrich Kähler und Margaretha Sophia Steffen.
Er wurde im Jahr 1828 konfirmiert.
Die Familie lebte im Armenhaus. Von Beruf war Löpthien Fischer. Er fuhr hinaus bis hinter’s Gabelsflach, eine Untiefe die sich noch hinter dem heutigen Kieler Leuchtturm befindet und fischte bis zu seinem Lebensende. Weiterlesen… “Nachtwächter Claus Friedrich Löpthien”

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Neubausiedlung-Stückenberg-im-Bau-um-1967

Siedlung Stückenberg

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Im Jahr 1966 begann die Grundsteinlegung für 53 Nebenerwerbsstellen auf den Flurstücken „Der Hof“ und „Die Stücken“ in Neuheikendorf. Träger des Projekts war die Deutsche Bauernsiedlung GmbH. Die spätere „Stückenberg-Siedlung“ war von Beginn an in ihrer Ausführung umstritten. Von der Genehmigung bis zum ersten Einzug vergingen mehr als acht Jahre. Es wurde mehrfach umgeplant, es fehlte an finanziellen Mitteln, und zahlreiche Genehmigungsverfahren mussten durchlaufen werden. Das Projekt drohte mehrfach zu scheitern. Weiterlesen… “Siedlung Stückenberg”

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Schüttbrehm Weg-min

Armselige Weihnachten 1919

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Ein Bericht von Wilhelm Schneekloth (1904 – 1988):

Auch wenn man sonst nichts hatte, wollte man doch eine warme Stube haben. Kohlen waren rar und teuer. Im Krieg sammelten wir Jungen Koks bei der Kitzeberger Huk, alles, was die Heizer über Bord warfen, wurde dort angetrieben. Weiterlesen… “Armselige Weihnachten 1919”

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Zusammengebrochenes Pferd vor Wagen

Hurrah morgen gibt es Pferdefleisch!

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Wilhelm Schneekloth (* 15.12.1904 – † 06.07.1988) berichtete aus seiner Kindheit im Jahr 1918. Der Erste Weltkrieg ging zu Ende, Elend und Not herrschten im Dorf:
Heinrich “Marokker“ Petersen aus dem Langen Rehm und Christian Willrodt aus der Hafenstraße hatten ein Fuhrunternehmen. Sie verfügten über drei Arbeitspferde, die ihre Wagen zogen. Weiterlesen… “Hurrah morgen gibt es Pferdefleisch!”

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Bauernwagen auf dem Eis - AÌ-min

Der Fuchs auf dem Eis

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Nach 1876 kamen die ersten Pferde auf die kleinen Bauernstellen. Bis dahin wurde das Land der Familien Klühn, Schleert und Hannes Kähler von Hans Christian Hinrich „Heinrich“ Kähler (* 25.11.1850 – † 27.1.1932), auch „Hein Bur“ genannt, bewirtschaftet. Die kleinen Bauern waren damals nur Insten und bis 1876 dem untersten Stand zugeordnet. Sie hatten lediglich das Recht zu arbeiten. Weiterlesen… “Der Fuchs auf dem Eis”

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