Nach 1876 kamen die ersten Pferde auf die kleinen Bauernstellen. Bis dahin wurde das Land der Familien Klühn, Schleert und Hannes Kähler von Hans Christian Hinrich „Heinrich“ Kähler (* 25.11.1850 – † 27.1.1932), auch „Hein Bur“ genannt, bewirtschaftet. Die kleinen Bauern waren damals nur Insten und bis 1876 dem untersten Stand zugeordnet. Sie hatten lediglich das Recht zu arbeiten.
Durch eine Aussteuer kam das erste Pferd auf Schleerts Hof – der Fuchs, ein Pferd mit rötlich-braunem Fell, von Mutter Schleert stets „der Gelbe“ genannt. Mit Pferd und Wagen fuhr man nun auch zum Markt nach Kiel – um die Kippe (das aufgeschüttete Land hinter der Hörn) und im Winter sogar über das Eis.
Amanda Schneekloth, geb. Ströh, war um die Weihnachtszeit wieder mit dem alten Schleert auf dem Weg zum Markt. Es war ein nebliger Tag, die Förde war zugefroren, doch das Tauwetter hatte bereits eingesetzt. Trotzdem wagten sie die Fahrt – es war ein gutes Stück kürzer als der beschwerliche Weg über Land.
Doch sie kamen vom Kurs ab. Die Leine in der Hand spannte sich plötzlich. Das Pferd wurde unruhig und weigerte sich weiterzugehen. Auch die Peitsche half nichts. Da stieg Vater Schleert vom Wagen, um nachzusehen, was los war. Was er sah, ließ beiden das Blut in den Adern gefrieren: Sie standen direkt vor der Fahrrinne – blankes Wasser mitten in der Förde. Der Fuchs hatte ihnen das Leben gerettet.
Das Gespann drehte um, sie kamen frei. Sie wussten ungefähr, wo die Salzwiesen lagen, und hielten im Nebel darauf zu. Schließlich erreichten sie wieder festen Boden. In ihrer kleinen Kate in der Dorfstraße 21 atmeten sie erst einmal tief durch.
Der Fuchs auf dem Eis
Berichte, GeschichtenZu diesem Artikel gibt es einen Artikel im Heikendorfer Anzeiger in der Ausgabe vom August 2025.
